Schachtelgesellschaft

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Als Schachtelgesellschaft bezeichnet man eine Tochtergesellschaft, an der die Muttergesellschaft zumindest mit einem Prozentsatz von 10 Prozent beteiligt ist. Dieser Anteil kann natürlich auch deutlich höher sein. In diesem Fall wird auch davon gesprochen, dass es sich hier um eine Schachtelbeteiligung handelt. Dabei unterliegt unter bestimmten Umständen der Anteilswert an der Schachtelgesellschaft bei der Muttergesellschaft nicht nochmals der Gewerbesteuer und der Körperschaftssteuer. Man spricht hier vom sogenannten Schachtelprivileg. Somit wird eine Doppelbeteuerung des Kapitals und des Ertrags der Tochtergesellschaft vermieden. Dies gilt sowohl, wenn die Muttergesellschaft und die Tochtergesellschaft ihren Sitz in der Schweiz haben, als auch wenn die Muttergesellschaft im Ausland und die Tochtergesellschaft im Ausland ansässig ist und umgekehrt. Zu einer Schachtelgesellschaft kommt es häufig, weil die meisten Tochtergesellschaften gegründet werden, wenn eine Sparte nicht mehr zum eigentlichen Kerngeschäft eines Unternehmens passt. Durch den Anteil an der Tochtergesellschaft behält die Muttergesellschaft weiterhin die Kontrolle und kann der Tochtergesellschaft bei wirtschaftlichen Problemen helfen, die durch den Anteil am Kapitalvermögen auf die Muttergesellschaft automatisch zurückschlagen. Um für sich selbst dabei dieses Risiko zu begrenzen kann eine Muttergesellschaft natürlich auch die Anteile an der Tochtergesellschaft wieder veräußern. Wenn die Muttergesellschaft nach wie vor mindestens 10 Prozent der Anteile hält, bleibt die Tochtergesellschaft aber nach wie vor aus der Sicht der Muttergesellschaft eine Schachtelgesellschaft.

Schachtelgesellschaft bei mehreren Unternehmensformen möglich

Die Konstellation einer Schachtelgesellschaft ist bei mehreren Unternehmensformen möglich. Zum Beispiel bei einer AG oder auch einer Kommanditgesellschaft. Im Bezug auf die Beschlussfassung spielt dabei die Schachtelbeteiligung eine sehr große Rolle. Denn beträgt diese 25 Prozent oder mehr, dann kann eine Muttergesellschaft sogar bei Kapitalgesellschaften Beschlüsse verhindern, welche einer Dreiviertelmehrheit bedürfen. Im Rahmen von einem Aktienpaket wird diese Schachtelbeteiligung auch als Sperrminorität bezeichnet. Im Bezug auf den Gewinn, der sich aus einer derartigen Beteiligung ergibt, den muss die Muttergesellschaft aber, im Vergleich zur Körperschafts- und Gewerbesteuer natürlich auch selbst versteuern.

Schachtelgesellschaft an deren Unternehmen beteiligt

Es ist im Übrigen auch möglich, dass die Schachtelgesellschaft wiederum an anderen Unternehmen beteiligt ist. Das heißt es kann sich durch mehrere Einkäufe bei anderen Unternehmen eine Vergrößerung des Konzerns auch dadurch ergeben, dass über die Schachtelgesellschaft neue Firmen dazugewonnen werden. Das heißt eine Muttergesellschaft kauft praktisch anonym über eine ihrer Tochtergesellschaften sich in ein anderes Unternehmen ein, ohne dass dabei auf den ersten Blick ersichtlich wird, dass die Muttergesellschaft daran beteiligt ist. Diese Verflechtungen sind natürlich national, wie auch international möglich. Aus diesem Grund sind die Verflechtungen der Unternehmen auch häufig sehr undurchsichtig.