Mantelgesellschaft

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Als Mantelgesellschaft wird eine inaktive Gesellschaft bezeichnet, die über kein positives Betriebs- und Anlagevermögen verfügt. Es handelt sich bei der Mantelgesellschaft somit eigentlich um eine „Leergesellschaft“, die nur noch als Rechtspersönlichkeit besteht, und zwar in Form einer AG, einer GmbH oder eine Kommanditgesellschaft. Als Mantelgesellschaft werden vor allem Unternehmen bezeichnet, welche schon seit Jahren hinweg ohne operative Geschäftstätigkeit sind, bei denen aber kein Insolvenzverfahren anhängig war. Sonst hätte dies logischerweise auch zur Liquidation der Gesellschaft geführt. Aus diesem Grund hat diese Art von Unternehmen auch keine Gläubiger, aber auch keine Kunden. Die Mantelgesellschaft kann von Personen, die ein Unternehmen gründen wollen, für die Wiederaktivierung verwendet werden. Vorteil ist, das es sich hierbei vielleicht um ein früher sehr bekanntes Unternehmen gehandelt hatte, das aber mangels Nachfolger zur Mantelgesellschaft deklariert wurde. Wenn dies der Fall ist, kann die Wiederaufnahme der operativen Geschäftstätigkeit viele Vorteile haben, insbesondere wenn mit altbekannten Produkten gehandelt wird, für die das Unternehmen einst bekannt war.

Mantelgesellschaft Verkauf – Mantelverwertung

Wird eine Mantelgesellschaft verkauft, dann spricht man auch von einer Mantelverwertung. Hierbei handelt es sich um den Vorgang, dass eine Mantelgesellschaft für einen neuen (oder alten) Geschäftszweck genutzt werden soll von anderen Inhabern. Der Vorteil gegenüber der Neugründung von einem Unternehmen ist vor allem, dass es nicht Wochen oder Monate dauert die Unternehmung wieder in Betrieb zu nehmen, sondern von heute auf morgen gehen kann. Ein Risiko sind allerdings immer die Verlustvorträge. Denn nicht mehr aktive Gesellschaften haben in der Regel zuletzt eher geschäftliche Verluste in ihren Büchern stehen gehabt. Dabei können diese Verluste mit zukünftigen Gewinnen der neu gegründeten Unternehmung verrechnet werden. Und zwar so, dass die Steuern auf Unternehmensgewinne reduziert werden können. Doch die Voraussetzung, dass ein Unternehmen nach der Beendigung seiner Geschäftstätigkeit für eine Mantelverwertung geeignet ist, muss sein, dass diese Gesellschaft schuldenfrei ist. Beim Kauf einer an der Börse notierten Mantelgesellschaft wird dadurch aktiviert, in dem der Käufer durch den Kaufbetrag den Aktienmantel wieder auffüllt und macht somit die abermalige Beteiligung anderer Aktionäre an diesem Unternehmen wieder möglich.

Steuern beim Kauf einer Mantelgesellschaft

Es gibt beim Kauf von einer Mantelgesellschaft einiges, was zu beachten ist. Hierzu zählt vor allem, dass eine Statutenänderung der bisherigen Gesellschaft nicht in Frage kommt und der Käufer einer Mantelgesellschaft den steuerlichen Folgen einer Neugründung nicht entkommen kann. Denn Der Mantelkauf wird wie eine Neugründung und eine Liquidation betrachtet aus steuerlicher Sicht. Die Differenz zwischen dem Kaufpreis der Beteiligungsrechte und dem Nennwert der Verrechnungssteuer unterliegt daher der Einkommenssteuer des Aktionärs.