Holdinggesellschaft

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Bei einer Holdinggesellschaft handelt es sich um eine Organisationsform für hierarchisch strukturierte Unternehmen, die unter anderem gegründet wird als Instrument zur Verschaffung von Steuervorteilen und zur Umgehung von Kapitalbeteiligungsgrenzen sowie für die Verwirklichung von Größen- und Spezialisierungsvorteilen. Eine einheitliche Verwendung des Begriffes Holding kommt allerdings nicht zum Tragen. Es gibt zwar Versicherung-Holdinggesellschaften und Finanzholdings, doch wird diese Unternehmensform der Holdingsgesellschaft meist für Unternehmen, die international tätig sind, verwendet. Die Holdinggesellschaft besteht dabei aus zwei Ebenen, und zwar der Muttergesellschaft, welche eigentlich als Holdinggesellschaft bezeichnet wird und den organisatorisch, rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen Tochtergesellschaften. Die Holdinggesellschaft hält an diesen Unternehmen ein der Regel einen Firmenanteil. Dabei kann die Holdinggesellschaft selbst eine AG, eine GmbH oder eine Genossenschaft sein. Eine Holdinggesellschaft kann nicht nur für große bzw. börsenkotierte Unternehmen eine gute Unternehmensform sein. Auch mittlere und kleinere Unternehmen können sich so organisieren. Sinn macht die Gründung einer Holdinggesellschaft, wenn ein Konzern eine Gruppenstrukturierung nach Branchen, nach Ländern oder nach Produktions- und Vertriebsabläufen anstrebt oder für eine bessere Führungsstrukturierung möchte. Auch zur Risikobeschränkung ist die Gründung einer Holding sinnvoll und wenn Beteiligungen mit Tradingstrategien angestrebt werden. Auch Unternehmen, die wegen einer Nachfolgeregelung eine Trennung von Eignerstruktur und operativer Führung anstreben, ist die Gründung einer Holdinggesellschaft sinnvoll.

Keine Geschäftstätigkeit in der Schweiz

Einer Holdinggesellschaft ist es nicht gestattet extern am Wirtschaftsverkehr teilzunehmen. Diese Unternehmen dürfen aber die Vermögensanlage verwalten und die Geschäftsführung stellen und haben somit auch ein eigenes Rechnungswesen. Derartige Tätigkeiten darf eine Holdinggesellschaft nach der sogenannten „Cost-Plus-Methode“ mit einem Zuschlag von 5 Prozent an die Tochtergesellschaft berechnen. Eine Geschäftstätigkeit der Holdinggesellschaft im Ausland ist aber möglich. Steuerlich sind die Holdinggesellschaften im Bezug auf die Gewinnsteuer einer reduzierten Bundessteuer unterworfen und von der Kapitalsteuer befreit. Der Steuersatz bei Prinzipalstatus beträgt bei der Gewinnsteuer auf Bundesebene 7,8 Prozent. Eine kantonale Gewinnsteuer ist nicht zu entrichten.

Vorteile und Nachteile

Als Vorteile einer Holdinggesellschaft können hier aufgelistet, dass die Tochtergesellschaft die Holding nicht nur als Managementservice nutzen kann, sondern auch für die Abführung von Mitteln bei Darlehen. Die Holding-Gewinne werden dabei nicht an die Aktionäre ausgeschüttet. Dabei muss auch die Holdinggesellschaft eine Revisionsstelle einrichten und ist zur Buchführung verpflichtet. Bei all den Beschränkungen, denen eine Holdinggesellschaft unterworfen ist, gibt es dennoch auch einige Privilegien, die genutzt werden können. So ist es einer Holdinggesellschaft gestattet Grundstücke zu halten und zu verwalten. Dabei gilt für die Immobilienerträge, dass diese einer Besteuerung zum ordentlichen kantonalen Tarif unterliegen im Rahmen der Gewinnsteuer.