Kollektivgesellschaft

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Die Kollektivgesellschaft zeichnet sich durch ihre Personenbezogenheit und die fehlende Rechtspersönlichkeit aus, tritt im Rechtsverkehr aber unter eigenem Namen auf. Es handelt sich hierbei um einen Zusammenschluss von mindestens zwei natürlichen Personen, die das Ziel haben gemeinsam ein Unternehmen zu betreiben. Zu den Vorteilen einer Kollektivgesellschaft gehört vor allem die einfache Organisation der Geschäftsführung, ebenso wie das die Unternehmer kein Mindestkapital für ihre Gründung einbringen müssen. Auf diese Weise ergeben sich sehr geringe Gründungskosten. Die detaillierten Regelungen der Beziehungen, die die Gesellschafter einer Kollektivgesellschaft untereinander haben, werden dringend empfohlen in Schriftform festzuhalten. Geregelt sein sollten in diesem Vertrag auch die Höhe der Geschäftsanteile und die Höhe der Erfolgsbeteiligung. Eine Erbringung von Sachwerten anstelle von Geld ist ebenfalls möglich. Das heißt ein Gesellschafter kann auch Forderungen oder Arbeit in die Kollektivgesellschaft einbringen.

Handelsregistereintrag Kollektivgesellschaft

Der Firmenname bei einer Kollektivgesellschaft muss mindestens den Familiennamen von einem der Gesellschafter enthalten. Dazu sollte noch eine Bezeichnung gewählt, die andeutet, dass es sich um ein Gesellschaftsverhältnis handelt. Zur Mehrwertsteuer veranlagt sind Kollektivgesellschaften erst ab einem Umsatz von CHF 100.000. Allerdings ist eine freiwillige Unterstellung zur Mehrwertsteuer jederzeit möglich. Im Bezug auf die Eintragung im Handelsregister ist darauf zu achten, dass hier mit einer Dauer bis zur Eintragung von 10 Tagen bis 4 Wochen zu rechnen ist. Abhängig ist dies vom Kanton. Es wird in allen Kantonen auch ein Express-Verfahren angeboten. Die Dauer beträgt so nur 5 Tage. Der Eintrag ins Handelsregister ist dabei obligatorisch, also nicht zwingend vorgeschrieben. Eine Kollektivgesellschaft, bei der der Umsatz weniger als CHF 500.000 beträgt, ist zum Führen von einer vereinfachten Buchhaltung angehalten. Diese sollte die Einnahmen, die Ausgaben und die Vermögenslage erfassen. Hat eine Kollektivgesellschaft im letzten Geschäftsjahr mindestens CHF 500.000 Umsatzerlöse erzielt, ist die Kollektivgesellschaft zu einer Buchhaltung und Rechnungslegung gemäß den im Obligationenrecht aufgeführten Regeln verpflichtet.

Nachteile der Kollektivgesellschaft

Wegen der engen Zusammenarbeit, die bei einer Kollektivgesellschaft nötig ist, ist es wichtig, dass zwischen den Gesellschaftern eine hohe Vertrauensbasis herrscht. Für den Fall dass dem Unternehmen eine Liquidation droht, ist zu wissen, dass die Liquidationsanteile der Gesellschafter pfändbar sind. Es besteht dabei allgemein bei einer Kollektivgesellschaft eine private und solidarische Haftung beider Gesellschafter. Allerdings kann die Haftungsfrage bei dieser Rechtsform einschränkend sein, wenn die Gesellschafter unbeschränkt und solidarisch untereinander haften. Das heißt es existiert hier eine gegenseitige Abhängigkeit der Gesellschafter. Vor der Gründung müssen die natürlichen Personen von den Sozialversicherungen als selbstständig erwerbend anerkannt worden sein. Ein entsprechender Antrag muss bei der zuständigen Ausgleichskasse am Geschäftssitz der Kollektivgesellschaft gestellt werden. Organe gibt es bei der Kollektivgesellschaft nicht. Eine Revisionsstelle und ein Treuhänder kann unter Umständen von den Gesellschaftern eingesetzt werden. Besteuert wird jeder Gesellschafter für seinen Einkommens- und Vermögensanteil an der Kollektivgesellschaft und für sein privates Einkommen und Vermögen.